
Warum eine zweite Kamera neben der Z8
Die Nikon Z50 II ist mein zweites Gehäuse, seit ich es neben der Z8 angeschafft habe. Ich fotografiere seit vielen Jahren mit Nikon, von der D90 über die D750 bis zum spiegellosen Z-System, und die Z50 II markiert für mich einen klaren Punkt: eine kompakte, leichte Kamera, die trotzdem denselben Autofokus-Prozessor wie mein Flaggschiff-Gehäuse nutzt.
Ein zweites Gehäuse ist eine Entscheidung, die man sich gut überlegen sollte – es ist eine reale Investition neben einer bereits vorhandenen Kamera. Für mich hat sie sich trotzdem gelohnt, aus einem einfachen Grund: Es gibt Situationen, in denen die Z8 schlicht die falsche Wahl ist, egal wie gut sie sonst ist. Ein langer Ansitz, bei dem jedes Gramm zählt, oder eine Reise, bei der ich nicht das volle Gewicht meiner Ausrüstung mitschleppen will – genau dafür ist die Z50 II da.
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Leichte und sehr fähige DX-Format Kamera. Ideal für Reisen und als kompakte Zweitkamera.

Z50 II gegen die alte Z50 – lohnt sich das Upgrade
Die ursprüngliche Z50 war bereits eine beliebte Kompaktkamera in Nikons Sortiment, aber die Z50 II nimmt alles, was gut funktionierte, und macht es schneller und fähiger. Der größte Sprung liegt beim Autofokus-System: schnell, zuverlässig und mit echter Motiverkennung, die die alte Z50 schlicht nicht hatte.
Das war für mich auch der Grund, meine D500 zu verkaufen. Nachdem klar wurde, dass die Z50 II sie bei der Vogelverfolgung übertreffen kann – bei der Hälfte an Größe und Gewicht –, gab es keinen Grund mehr, beide Systeme parallel zu pflegen. In meinem Artikel zum Vogelfotografie-Setup gehe ich auf diesen Umstieg ausführlicher ein.
Ein Detail, das bei einem Vorgänger-Vergleich oft untergeht: Der Umstieg von der alten Z50 auf die Z50 II war für mich kein Sprung ins Ungewisse, weil das Bedienkonzept vertraut geblieben ist. Wer die alte Z50 kennt, findet sich an der Z50 II sofort zurecht – die Verbesserungen liegen fast ausschließlich unter der Haube, nicht in einer neu erlernten Bedienung.
Autofokus – schnell, intelligent, zuverlässig
Das Autofokus-System der Z50 II gehört zu den besten seiner Klasse, und das merkt man nicht nur bei Vögeln.

Sie verfolgt sich schnell bewegende Motive mit Leichtigkeit, die Augenerkennung funktioniert einwandfrei, und die Motivverfolgung bleibt auch in komplexen Szenen mit Ästen und Schilf im Vordergrund im Fokus. Der Autofokus fühlt sich deutlich fortschrittlicher an als beim Vorgängermodell – kein leerer Marketingsatz, sondern das, was mich überhaupt erst zum Umstieg bewogen hat.
Konkret heißt das: Die Motiverkennung stellt fest fokussiert auf Vogel und lässt sich davon kaum abbringen, auch wenn sich zwischenzeitlich ein Ast oder ein zweiter Vogel ins Bild schiebt. Mit der alten Z50 hätte ich in derselben Situation manuell nachjustieren müssen, meistens zu spät, um den entscheidenden Moment noch zu erwischen. Die Trefferquote bei Flugaufnahmen ist dadurch spürbar höher, als es die reinen technischen Daten vermuten lassen.
Der DX-Vorteil für Wildlife
Eine der am meisten unterschätzten Stärken der Z50 II ist ihr DX-Sensor mit dem 1,5-fachen Crop-Faktor. Ein 600mm-Objektiv wird damit effektiv zu 900mm, ohne dass man dafür einen Cent für einen Telekonverter ausgibt. Man gewinnt Reichweite, ohne Lichtstärke zu verlieren.
An meinem 180-600mm ist genau das der Grund, warum ich die Z50 II regelmäßig statt der Z8 mitnehme, wenn Reichweite wichtiger ist als Zuschneide-Reserve. Kombiniert mit dem gleichen Autofokus-Prozessor wie die Z8 ist das für mich die Geheimwaffe für Vogelfotografie mit kleinerem Gewicht im Rucksack.
Reisefotografie – die Kamera, die man wirklich mitnimmt
Die Z50 II ist klein genug für jede Tasche, leicht genug, um sie den ganzen Tag zu tragen, und leistungsstark genug für die meisten Motive unterwegs. Mit dem NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II – demselben Objektiv, das auch an meiner Z8 hängt – deckt sie Landschaft, Architektur und spontane Momente unterwegs ab, ohne dass ich ein zweites Objektiv einpacken muss.
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Mein Immerdrauf-Objektiv, auch an der Z50 II – für alles, was nicht explizit Reichweite braucht.

Das ist auch der praktische Vorteil, den ich am meisten schätze: Weil beide Gehäuse dasselbe Z-Bajonett nutzen, wandern meine Objektive einfach zwischen Z8 und Z50 II hin und her, je nachdem, welches Gehäuse für den jeweiligen Tag die bessere Wahl ist.
Mehrere Monate im Feld: was sich erst mit der Zeit zeigt
Nach den ersten Wochen war ich vor allem von der reinen Reichweite begeistert. Nach mehreren Monaten sind es eher die kleinen, alltäglichen Dinge, die den Unterschied machen.
Die Akkulaufzeit hat mich positiv überrascht – für ein so kleines Gehäuse hält sie erstaunlich lange durch, gerade im Vergleich zur Z8, die durch die höhere Rechenlast schneller leer ist. Bei einem ganzen Tag im Ansitz ist das ein echter Vorteil, den ich vorher unterschätzt hatte.
Was ich anfangs unterschätzt habe: Wie oft ich sie tatsächlich statt der Z8 greife, auch wenn ich vorher gedacht hätte, ich würde primär bei der Z8 bleiben und die Z50 II nur für explizite Reichweiten-Situationen mitnehmen. In der Praxis ist es umgekehrt – das geringere Gewicht setzt sich bei der Entscheidung, welches Gehäuse an diesem Tag mitkommt, öfter durch, als ich erwartet hätte.
Bedienung und Ergonomie
Nikons Ergonomie war schon immer stark, und die Z50 II setzt das trotz des kompakten Gehäuses fort. Der Griff ist für eine so kleine Kamera überraschend gut, die Menüstruktur ist logisch, und der elektronische Sucher ist hell und detailreich genug, um auch bei hellem Tageslicht gut nutzbar zu sein. Selbst nach mehreren Stunden im Ansitz liegt sie noch angenehm in der Hand – deutlich angenehmer als die schwerere Z8 an einem langen Tag.
Weil ich zwischen Z8 und Z50 II wechsle, war mir außerdem wichtig, dass sich die Bedienung nicht komplett unterscheidet. Das tut sie auch nicht: Die grundlegende Menüstruktur und viele Funktionstasten sind ähnlich genug belegt, dass ich beim Wechsel zwischen den Gehäusen nicht jedes Mal neu umdenken muss. Einzig die geringere Zahl an Funktionstasten an der Z50 II bedeutet, dass ich mich bei der Belegung stärker auf die wichtigsten Funktionen beschränken muss als an der Z8.
Wo sie an ihre Grenzen kommt
Kein Testbericht ohne die ehrliche Kehrseite. Die Auflösung von 20,9 Megapixel bietet spürbar weniger Reserve zum Zuschneiden als die 45,7 Megapixel der Z8 – füllt der Vogel den Rahmen nicht, stößt man schneller an eine Grenze. Die Wetterversiegelung ist nicht so umfassend wie bei der Z8, und der Bildpuffer bei Serienaufnahmen ist kleiner, was bei sehr langen Sequenzen schneller spürbar wird. Und das DX-Format schränkt die Auswahl an Ultraweitwinkel-Objektiven gegenüber Vollformat ein, was für reine Landschaftsfotografie ein echter Nachteil sein kann.
Keiner dieser Punkte war für mich ein Grund, die Kamera nicht zu kaufen – aber wer ausschließlich Landschaft im Weitwinkel oder sehr lange Serien fotografiert, sollte sie kennen, bevor er sich entscheidet.
Der kleinere Bildpuffer war für mich der Punkt, der am ehesten spürbar wurde: Bei einer sehr langen Serie – etwa einem Schwarm aufsteigender Gänse – füllt sich der Puffer schneller als bei der Z8, und die Kamera braucht danach kurz, um die Daten wegzuschreiben. In der Praxis heißt das, kurz nachzudenken, wann eine lange Serienaufnahme wirklich nötig ist, statt einfach durchzuhalten, wie ich es mit der Z8 gewohnt bin.
Pros
- +Exzellenter Autofokus mit Augen- und Vogelerkennung, identisch zur Z8
- +Leicht, kompakt und auch nach Stunden im Ansitz angenehm zu halten
- +DX-Crop gibt effektiv mehr Reichweite, ohne Lichtstärke zu kosten
- +Dasselbe Z-Bajonett wie die Z8 – Objektive wandern zwischen beiden Gehäusen
- +Deutlicher, spürbarer Sprung gegenüber der alten Z50 und der D500
Cons
- –Weniger Zuschneide-Reserve als die Z8 durch die geringere Auflösung
- –Wetterversiegelung nicht so umfassend wie beim Flaggschiff
- –Kleinerer Bildpuffer bei sehr langen Serienaufnahmen
- –DX schränkt die Auswahl an Ultraweitwinkel-Objektiven ein
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Häufige Fragen
Ist die Nikon Z50 II auch als einzige Kamera geeignet, oder braucht man zwingend eine Z8 dazu?
Eignet sich die Nikon Z50 II für Wildlife- und Vogelfotografie?
Lohnt sich das Upgrade von der alten Z50?
Welches Objektiv würdest du zur Z50 II empfehlen?
Was ist der größte Unterschied zur Z8 im Alltag?
Wie schnell füllt sich der Bildpuffer bei Serienaufnahmen?
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